Zwölf Thesen zu lokalen Fußballblogs


Warum bloggen Menschen über Amateurfußball? Was sind das für Leute? Ich habe mit fünf Bloggern ausführlich gesprochen. Das (eingeschränkt wissenschaftliche) Ergebnis habe ich auf 105 Seiten niedergeschrieben und in zwölf Thesen zusammengefasst. Voilà!

Zu lokalen Fußballbloggern zähle ich Blogger, die in einer bestimmten Region über Amateurfußball schreiben. Keine Fanblogs wie zum Beispiel Clubfans United. Am Ende meiner kleinen wissenschaftlichen Arbeit habe ich zwölf Hypothesen über lokale Fußballblogger aufgestellt.

 

Hypothese 1: Lokale Fußballblogger sind zum Start ihres Portals meist relativ jung, im Amateurfußball ihrer Region vernetzt und haben journalistische Vorerfahrungen gesammelt.

Hypothese 2: Lokale Fußballblogger betreiben ihr Blog nicht allein, sondern mit Hilfe von Freunden, Bekannten oder anderen Mitstreitern.

Hypothese 3: Lokale Fußballblogger werden durch die fehlende Berichterstattung lokaler Tageszeitungen zur Gründung von Fußballblogs motiviert. Dieser Mangel wird zumeist eher in Bezug auf den Umfang wahrgenommen als auf die Qualität der Berichterstattung. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass die meisten lokalen Fußballblogger keine gelernten Journalisten sind.

Hypothese 4: Lokale Fußballblogger, die ihre Blogs vor längerer Zeit gestartet haben, haben dies als Hobby getan. Jüngere Bloggründungen hatten zum Teil bereits zu ihrer Gründung finanzielle Interessen im Auge. Dies könnte damit zu tun haben, dass sich bei anderen Webseiten bereits gezeigt hat, dass mit Blogs Geld zu verdienen ist.

Hypothese 5: Lokale Fußballblogger grenzen ihre Berichterstattung sowohl räumlich als auch mit Bezug auf die Spielklassen genau ab. Bei lokalen Fußballbloggern, die bis hinunter in die unterste Liga berichten, spielt von Lesern gelieferter Inhalt eine große Rolle, da sonst nicht alle Spiele abgedeckt werden können.

Hypothese 6: Lokale Fußballblogger investieren sehr viel Zeit in ihre Blogs; vor allem Blogger, die mit ihren Seiten Geld verdienen wollen. Der Aufwand liegt häufig bei 50 Stunden in der Woche oder noch darüber.

Hypothese 7: Lokale Fußballblogger setzen in den meisten Fällen auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Amateurfußballern. Kritische Berichterstattung ist die Ausnahme.

Hypothese 8: Das Verhältnis lokaler Fußballblogger zu den Mitarbeitern klassischer Medien ist meist gut. Die Beziehung zu den Verlagen ist jedoch eher schwierig, da die Verlage gerne die Blogger in ihre Angebote einbinden würden, aber nicht bereit sind, dafür ein akzeptables Honorar zu zahlen.

Hypothese 9: Lokale Fußballblogger können nach einer gewissen Anlaufphase von ihren Blogs durchaus ihren Lebensunterhalt bestreiten, auch wenn zum Teil eine Querfinanzierung über durch die Bekanntheit zustande gekommene externe Projekten nötig ist.

Hypothese 10: Vor allem Hobby-Blogger freuen sich sehr über positive Rückmeldungen von ihren Lesern und bewerten allein dadurch ihr Bloggen als erfolgreich.

Hypothese 11: Lokale Fußballblogger versuchen durch innovative Formate ihre Reichweiten und damit ihre Einnahmen zu verbessern. Die Tatsache, dass die Blogger als Unternehmer für sich und ihr Auskommen selbst verantwortlich sind, treibt sie stark an, nach Innovationen und Verbesserungen zu suchen.

Hypothese 12: Lokale Fußballblogs haben – wenn Sie eine Nische finden – auch in Zukunft sehr gute Chancen, am Markt zu bestehen und Gewinn abzuwerfen.

 

Wie ich zu diesen Thesen komme? Wohl bekomms!

Zwölf Thesen zu lokalen Fußballblogs Studienarbeit Daniel Drepper

Auf das Thema bin ich gestoßen, weil ich in am Aufbau der Fußballplattform Sonntagsschicht beteiligt war, die mittlerweile leider wieder eingeschlafen ist. Die Seite war ein Projekt an der TU Dortmund, mit Oli Fritsch, Guy Simonow und Angelika Mikus.

Angelika Mikus hat auch meine Studienarbeit betreut. Ein paar Mängel waren da. Meine Literatur hätte aktueller sein müssen, meine Methodik hat am Ende eigentlich nicht mehr so richtig gepasst.

Die Diplomarbeit wird besser.

Kontakt: daniel.drepper (ät) gmail.com // 0176 611 96 014

8 Responses to Zwölf Thesen zu lokalen Fußballblogs

  1. Ich gebe zu, ich habe jetzt nicht alle Seiten Deiner Arbeit durchgelesen. Zu viel – zu wenig Zeit dafür. :-(

    Mir ist aber im Bereich „Lokale Blogs“ etwas aufgefallen. Je nachdem, wie eng Du die Bezeichnung „Blog“ ziehst, sortierst Du damit eventuell auch wichtige Bereiche aus. Foren können ebenfalls wichtige Publikationsplattformen sein. Die hast Du aber scheinbar, soweit ich gelesen habe, dabei nicht einbezogen.

    Aus diesem Grund wird z.B. auch kritisch angemerkt, dass in den ostdeutschen Ländern nur ein einziger lokaler Blog existieren würde. Nun gibt es aber beispielsweise in Leipzig das Forum „Leipziger Fussball.de“ (http://www.leipziger-fussball.de). Dort werden umfangreiche Informationen geboten, von Ansetzungen, Ergebnissen, Tabellen, Stadion-Guide, Linkliste für alle Vereine der Region bis hin zu Spielberichten und einer Diskussionsplattform. Dabei wird der gesamte Großraum Leipzig sowie alle Spielklassen (3. KK bis Regionalliga, Jugend, Männer, Frauen, Senioren), abhängig von der Beteiligung der Protagonisten (Spieler, Trainer, Zuschauer, Schiedsrichter), abgedeckt.

    Aufgrund dieser riesigen Informationsmenge ist es aus Gründen der Übersichtlichkeit natürlich sinnvoller, dies in Forumsform zu tätigen anstatt in Form eines klassischen Blogs. Dies habe ich in Deiner Arbeit, zumindest in dem von mir gelesenen Teil, vollständig vermisst.

    • @Weißer Ronaldo: Hast du Recht, die Abgrenzung fällt schwer. Auch zwischen „Blog“ und „Webseite“. Ich habe sicher nicht alle erfasst. Auch, weil die Arbeit nicht quantitativ ist. Deshalb danke für den Hinweis. Ich hab mir das Forum jetzt mal grob angesehen und sehe keine regelmäßigen Spielberichte, keine betreute Berichterstattung. Das passt also nicht wirklich in mein Schema. Danke trotzdem!

  2. Die Spielberichte erfolgen unregelmäßig, je nachdem, wie jemand der Anwesenden Zeit und Lust hat. Und sie landen in den entsprechenden Threads der jeweiligen Spielklasse. Dort passen sie insofern auch gut hin, weil sich anschließend gelegentlich, aufgrund der unterschiedlichen Wahrnehmungen, eine Diskussion darüber entwickelt.

    Dass die journalistische Qualität äußerst unterschiedlich ist, ist völlig klar. Es reicht von sehr dürftig (incl. Rechtschreibung) und kurz bis hin zu umfangreich, informativ und ironisch. Und die Anzahl der Spielberichte hat allerdings in den letzten Monaten ein wenig nachgelassen. Woran dies liegen könnte, wäre natürlich sehr spekulativ.

    Aus dem Überfliegen war für mich jedoch nicht erkennbar, dass für Deine Arbeit unregelmäßige und/oder nichtjournalistische Berichterstattungen ein Ausschlusskriterium wären. Ich hatte es eher so verstanden, dass es um das „Gesamtpaket“ gehen würde.

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