Wie ich beim Ahlener Tageblatt rausgeschmissen wurde …

„Herr Drepper, die Summe ist für die Abrechnung Dezember angewiesen, die Zusammenarbeit mit der Glocke damit dann beendet.“

Mail Ahlener Tageblatt danieldrepper.de

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Das ist das Ende meiner Arbeit für das Ahlener Tageblatt – auch „Die Glocke“ genannt. Ich komme aus der Nähe von Ahlen, starte bei Lauf-Wettkämpfen noch für einen Ahlener Verein und habe als Schüler und Student jahrelang immer wieder für die Glocke geschrieben. Anfang November habe ich versucht, für einen Text die offiziellen „Vergütungsregeln für Tageszeitungen“ zu bekommen, die vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und den Gewerkschaften DJV und dju unterschrieben wurden. Jetzt bin ich, wie man sieht, in ziemlich knappen Worten rausgeschmissen worden.

Ich habe einen Text über eine bayrische Leichtathletin geschrieben, die seit kurzem für einen Ahlener Verein startet. Typischer Lokaljournalismus. Immerhin habe ich neben dem Telefonat mit der Athletin noch zwei weitere Personen per Mail angefragt. Der Aufwand lag geschätzt bei zwei bis drei Stunden. Per Mail ging der Text an die Sportredaktion. In der Mail habe ich detailliert und ausdrücklich auf die neuen Vergütungsregeln verwiesen und diese als Bedingung für den Abdruck vorausgesetzt. Ein Sportredakteur rief mich zurück, vergewisserte sich, dass das tatsächlich eine Bedingung und keine Bitte war und sagte, dass die Redaktion den Honorarsatz nicht zahlen könne. Auf meinen Hinweis, dass ich als hauptberuflich tätiger, freier Journalist von den Honoraren leben müsse, hat er mir versichert, noch einmal mit dem Sportchef zu sprechen und sich dann erneut zu melden.

Am nächsten Tag war mein Text im Blatt – ohne dass sich nochmal jemand gemeldet hätte. Daraufhin schrieb ich dem Sportchef, dass ich mich freuen würde, dass alles so reibungslos geklappt hat und ich es mir von nun an eventuell wieder häufiger erlauben könne, für das Ahlener Tageblatt zu schreiben. Es ging um 86 Zeilen à 41 Cent. Die 41 Cent sind die untere Grenze des Zweitdruckrechts bei einer Auflage bis 25000 (-> pdf: Vergütungsregeln für freie Journalisten an Tageszeitungen). Insgesamt hätten mir für den Text also 35,26 Euro zugestanden. Der Sportchef schrieb zurück, dass diese Honorarsätze die üblichen Honorare des Ahlener Tageblattes deutlich übersteigen würden. Er habe mir 20 Euro plus Bildhonorar angewiesen (das von mir organisierte Bild der Läuferin war von einem Privatmann geschossen, aber fälschlicherweise mir zugeschrieben worden). Ich schrieb zurück, dass ich die Honorierung nicht akzeptiere, da ich vor der Veröffentlichung klare Bedingungen gestellt hätte und nicht von seinem Wohlwollen abhängig sein wolle. Und ich habe ihm eine Rechnung über 35,26 Euro geschickt. Vier Wochen lang bekam ich keine Antwort. Dann traf Anfang Dezember das Honorar der Glocke auf meinem Konto ein: 23,84 Euro.

Weil ich ziemlich sauer war, habe ich mich an den Deutschen Journalisten Verband DJV und die Freischreiber gewandt, eine Mahnung aufgesetzt und am Donnerstagnachmittag verschickt. Das Ergebnis steht oben: Rausschmiss. Diesmal hat die Antwort übrigens nicht lange auf sich warten lassen. Um genau zu sein: 55 Minuten.

Der Rauswurf tut mir persönlich nicht weh. Ich habe in letzter Zeit nur noch selten für die Glocke geschrieben. Mehr aus Lokalpatriotismus denn aus dem Zwang heraus, dort mein Einkommen verdienen zu müssen. Ich wohne mittlerweile in Mainz und arbeite für andere Medien. Mir fiel es dementsprechend leicht, mit der Redaktion auf Konfrontationskurs zu gehen. Für die meisten Kollegen vor Ort dürfte das schwerer sein.

Der DJV will jetzt übrigens mit der Glocke ins Gespräch kommen. Damit diese den Rausschmiss zurücknimmt und die Vergütungsregeln anwendet. Ich bin gespannt, was sich daraus entwickelt.

Nachtrag: Links auf den Freien-Seiten des DJV und bei Freischreiber.

44 Responses to Wie ich beim Ahlener Tageblatt rausgeschmissen wurde …

  1. 7an sagt: Antworten

    traurige geschichte. da schreibt man schon aus heimatliebe ab und an für so einen lausigen zeilensatz und dann so etwas.

    wenn ich in meiner heimat bin, sehe ich ab und an gute große themen, die man in der lokalpresse unterbringen könnte. aber ich fürchte, dafür wäre nicht einmal platz im blatt. und über das geld muss man gar nicht reden.

    habe mal darüber nachgedacht, wie man große lokalstücke (im stil von zeit-dossiers) selber vertreiben könnte. vielleicht indem man per teaser-flyer und aushängen seine website mit dem text bewirbt und am ende um spenden bittet. könnte schnell mehr bei rumkommen als die lokalpresse einem zahlt.

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  3. Mir geht es ähnlich. Die Spendenmethode funktioniert meiner Meinung nach aber nicht im Lokaljournalismus. Ob sie mit überregionalen Stücken funktioniert, sei auch nochmal dahingestellt, aber mit lokalen Texten-/Radio-/Fernsehstücken wohl noch weniger. Die Zielgruppe ist meiner Meinung nach viel zu klein (zumindest im Münsterland).

    Ich habe in meiner Heimat mal ein Stück gemacht, dass ich mit vorheriger Absprache für drei Zeitungen gleichzeitig recherchiert habe, die sich freundschaftlich verbunden waren (darunter auch die Lokal- – nicht Sport- – Redaktion der Glocke). Das war von der Bezahlung in Ordnung, wenn auch noch nicht gut. Ich hatte zwei weitere Themen verkauft, aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr umgesetzt. Eine echte Lösung ist das natürlich nicht.

    Ganz theoretisch, langfristig und überhaupt gäbe es vielleicht eine Möglichkeit, überregionale Themen zu recherchieren, die für die jeweilige Lokalzeitung runtergebrochen und angepasst werden. In abgespeckter Version mache ich das bereits hin und wieder für die Mantelsportteile verschiedener Regionalzeitungen. Ob sich das auch für andere Themen und letztlich wirklich lokale Inhalte rechnet (im Sinne einer Art Lokal-Hintergrundtext-Agentur), hängt sicher von der Organisationsform und den vor Ort tätigen Redakteuren (auf deren Interesse und Zusammenarbeit man ja angewiesen wäre) ab. Ich bin eher skeptisch.

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  6. „Dann traf Anfang Dezember das Honorar der Glocke auf meinem Konto ein: 23,84 Euro.“

    Wenn davon 20 Euro für den Text sein sollten, heißt das also die Glocke zahlt 3,84 Euro für ein Foto? Das ist ja noch lächerlicher als das Texthonorar…

    Lieber Daniel, gut dass Du es öffentlich gemacht hast und gut, dass Du da weg bist. An ein solches Blatt seine Zeit und sein können quasi zu verschenken, das haben die nicht verdient.

    Und es zeigt sich auch in diesem Fall: Die sogenannten Vergütungsregelungen sind ein reines Feigenblatt, in der Praxis nicht das Geringste wert.

  7. Überhaupt Geld zu verlangen ist ohnehin schon eine Frechheit! Und dann noch sooo viel!? Aufgrund solch unverschämter Raubzüge sogenannter freier Journalisten werden all die Lokalreporter arbeitslos, die das mit dem Schreiben mindestens genauso gut beherrschen wie die sogenannten „Gelernten“. Schreiben kann jeder! Im Lokalteil zählt Fach- und Sachkunde, vor allem aber Authentizität, wenn es um Kaninenzucht, Alpenvereinsausflüge, Bibelstunde, Trikotsponsoring für die Z-Jugend und andere Weltbewegtheiten geht. Da braucht man nicht viel lernen, außer vielleicht ein bisschen Schuldeutsch und Termintreue. Und dann braucht man auch nicht so viel Geld zu fordern. Logisch, oder?

    ;-)

  8. Danke Ulrike! Ich kann dir leider überhaupt nicht sagen, für was die 3,84 Euro waren. Die Glocke hat keine einheitlichen, keine festen und vor allem keine klaren Honorarbedingungen. Zumindest kenne ich keine. Und ich kenne einige Kollegen, die sie auch nach mehrfache Erfragen noch immer nicht kennen. Deshalb kann nur spekuliert werden. Vielleicht sind die 3,84 Euro für ein Foto, das eigentlich nicht von mir war, dann aber aus Versehen mir zugeschrieben wurde. Quasi halbes Bild-Honorar – oder so …

  9. Anita sagt: Antworten

    Der Text wurde verschickt mit der Aussage, dass man X Euro dafuer moechte. Wenn er abgedruckt wird, ist doch faktisch ein Vertrag zu diesen Bedingungen geschlossen worden und die Zeitung muss X Euro zahlen?
    Oder bin ich da juristisch auf dem Holzweg?

  10. D.-H.N. sagt: Antworten

    Unabhängig davon, dass der Umgang dieses Blattes mit seinen Journalisten bereits fragwürdig ist, ist in meinen Augen das Ding juristisch problemlos: Sie haben Ihre Bedingungen für den Abdruck genannt, haben an diesen festgehalten und es wurde abgedruckt. Ein Vertrag ist zustandegekommen, Sie haben einen Anspruch auf die Restvergütung..

  11. uk sagt: Antworten

    Die Tageszeitungen sind in diesem Fall eine der letzten Bastionen des Frühkapitalismus. Abenteuerlich, was dort an Honoraren für freie Mitarbeiter gezahlt hat. Aber etwas sind wir Journalisten auch mitschuldig, weil wir für diese Zwergen-Honorare gearbeitet haben (ich im übrigen auch).

  12. Sehe ich genauso und sieht auch der DJV so. Die fehlenden 11,42 Euro werden ja jetzt auch nachhonoriert. Die Diskussion dreht sich deshalb ja auch darum, dass die Zusammenarbeit beendet wurde – nur weil ich die von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vereinbarten Honorarsätze eingefordert habe.

  13. dot tilde dot sagt: Antworten

    die können ja nicht mal den zeichensatz ihrer online-präsenz richtig einstellen. traurig, dass du mal für so was schreiben musstest.

    ich wünsche dir für die zukunft interessantere arbeitgeber. und mit zukunft meine ich möglichst heute noch.

    .~.

  14. Fürchte, dass dieser Fall allzu normal in der Lokal-Prairie ist. Wenn es darum geht, Zeitungsspalten aufzufüllen, ist jeder Freie ersetzbar.

    Ein anderes Thema sind die Vergütungsregeln. Dass die von den Verlagen ignoriert werden, hat in den letzten Monaten schon die alten Journalistenverbände auf den Plan gerufen.

    Okay, diese Aktionstage mit Protestschildchen und Megafon-Ansagen mögen im Einzelfall einen reichlich angestaubten Gewerkschafts-Charme versprühen. Aber es lässt sich ja auch anders Öffentlichkeit schaffen, zum Beispiel mit einem Blog-Posting wie diesem hier.

    Nur mit der Gleichung Vergütungsregeln = Feigenblatt sollte man sich nicht abfinden. Sonst wäre freier Journalismus nämlich ein Broterweb, den das Finanzamt eigentlich als Liebhaberei einstufen müsste.

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  18. Juristisch ist der Vertrag zustande gekommen. Angebot in Form von zugesendeter „Ware“, notwendige Bedingungen gestellt, Annahme des Vertragspartners ohne Bedingungsänderung qua schlüssigen Handelns. Ein Lehrbuchfall. (Ich bin nicht nur Journalistin, sondern auch Juristin. Schadet in der Regel nicht…)

  19. Ahlener Schreiber sagt: Antworten

    Mit 23 Euro hat man bei der Glocke / AT ein Spitzenhonorar. Wie schon gesagt gibt es keine festen Honorarsätze, die Bezahlung hängt von Wohlwollen des Redakteurs, vom Status des Mitarbeiters sowie wahrscheinlich auch Wasserstand, Mondphase und Schneehöhe ab.

    Es gibt Leute, die machen es für 15 Euro: 150 Zeilen, zwei Bilder im Blatt und mehrere Dutzend im der „Webgalerie“ 15 Euro.

    Name: hab ich auch will aber nicht für 15 Euro weiterarbeiten….

  20. M sagt: Antworten

    Ein Nachbar arbeitet als Redakteur bei der Umlandbeilage einer Münchner Tageszeitung. Er erzählte mir neulich, dass der Chefredakteur die unmisverständliche Anweisung gegeben hat, bezahlte Autoren und Fotografen nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn es keine kostenlosen Quellen gibt, wie z.B. begeisterte Eltern, die bei der Schulaufführung Fotos schießen, oder PR-Texte.

    Und DA wundern sich die Zeitungsverleger, dass die Auflage sinkt? Ja, glauben die denn, dass die Leser es nicht mitbekommen, ob sie Qualität zu lesen/sehen bekommen oder nicht? Pack!

  21. Pingback: Linkdump vom Mi, 22. Dezember 2010 bis Do, 23. Dezember 2010 Links synapsenschnappsen

  22. @M: Ich kann die Augsburger Allgemeine mit ihren Ablegern hierfür als beispielhaft nennen: Da schreiben die Vereins- und Parteihoheiten noch selbst, was es über sie zu schreiben gibt. Das ist billig und – wie oben bereits formuliert – authentisch. Und deren Insiderwissen kann man schon fast als Investigativjournalismus bezeichnen. Und das gratis oder gegen Fahrtkostenersatz. Das geht übrigens schon jahrzehnte so! Ich glaube nicht, dass man als hochqualifizierter freier Journalist überhaupt eine Chance auf Bezahlung hätte. Eher auf Rauswurf, wenn man dieses Ansinnen vorbrächte. Was ja bei der „Glocke“ bewiesen wurde…

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  24. karl sagt: Antworten

    @Daniel am 22.12.2010 um 21:28:

    Wird er das wirklich? Huch? Schnell man in den Adblocker geschaut und gesehen: Glück gehabt, Schnüffel-Frame wurde automatisch ausgefiltert.

    Warum um alles in der Welt müssen Website-Betreiber meinen Besuch zig anderen Anbietern kundtun?

    Ich bin dabei aber beruhigt: die VG Wort wird genauso wie der Schnüffel-Facebook-Like-Button ausgefiltert.

  25. Pingback: „Ein Blog eröffnen ist leicht; schwer ist es, es geöffnet zu halten.“ Chinesisches Sprichwort für berufstätige Blogger 2011* « radioschlampe

  26. Die Vergütungsregeln scheitern an den Realitäten. Die lokale Konkurrenz von hauptberuflichen Journalisten, nur für diese gelten die Vergütungsregeln (!), sind nicht nur PR-Texte und Vereinsschreiberlinge. Auch Praktikanten, Schüler und Studenten halten ein Lokalblatt am Laufen und bessern damit ihr Taschengeld auf. Anders können es sich die Verleger angesichts schmaler Budgets offenbar auch nicht vorstellen.
    Dennoch denke ich, dass man als ausgebildeter Redakteur und heute freier Journalist durchaus verhandeln kann, insbesondere wenn es um die Zeitung geht, in der man ausgebildet wurde. Bei langjähriger Mitarbeit, wie in Deinem Fall, sollte man sicher auch ein besseres Honorar bezahlen – was Redaktionen auch schätzen, ist eine kontinuierliche Zusammenarbeit.
    Ich denke, den Versuchs wars wert, allein um zu zeigen, dass die Vergütungsregeln (noch) längst nicht der Erfolg sind, als den ihn die Gewerkschaften verkaufen.

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  29. Misfit sagt: Antworten

    Das ist ganz typisch für Ahlen, wohne
    leider immer noch hier – diese Stadt
    ist ein regelrechtes „Eiterloch“ gewor-
    den. Viele Grüsse nach Mainz.

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  31. Pingback: Journalismus-Innovationen, preisgekrönt | VOCER

  32. h.Richlowsky sagt: Antworten

    Ich habe den Artikel gelesen und bin erstaunt, wie gutbezahlte Abteilungsleiter gut geschriebene Sportereignisse bewerten.
    Ich überlege noch ob ich nicht eine andere Tageszeitung wähle.

  33. Lena sagt: Antworten

    Ich bin ebenfalls freie Mitarbeiterin bei der Lokalzeitung und kann über diesen Artikel nur den Kopf schütteln! Du verlangst 35€ für 86 Zeilen, das ist verrückt! Macht 28 Cent pro Zeile. So viel zahlt niemand und das ist auch kein Wunder, denn das kann sich keine Lokalzeitung leisten. Sonst würde ja bald jeder nebenher als frieer Mitarbeiter bei der Zeitung arbeiten. Traurig, wie gierig manche Menschen sind.

    • Hey Lena: Das ist nicht verrückt, sondern genau das, was die Zeitungsverleger mit der Gewerkschaft ausgemacht haben. Hast Du auf Dir die verlinkten Vergütungsregeln angesehen? Und: Wenn Du als freier Mitarbeiter von Deiner Arbeit leben willst und vernünftig kalkulierst, sind 200 Euro am Tag die absolute (!) Untergrenze. Das ist brutto, Du musst Dich privat versichern. Klar, Lokalzeitungen können weniger zahlen. Dann schreiben aber nur Schüler, Studenten und Rentner – die, die es sich leisten können, nicht davon leben zu müssen. Das ist in Ordnung, aber dann ist es eben kein professioneller, sondern Hobbyjournalismus. Das Problem haben übrigens nicht nur Lokalzeitungen, sondern auch große, nationale Blätter. Wenn große Online-Portale wie Spiegel, Zeit oder ZDF nur 200 Euro oder weniger pro Artikel zahlen – dann ist keine Recherche möglich. Für wen arbeitest Du denn? Wie sieht Deine Kalkulation aus und wie überlebst Du als freie Journalistin? Mehr Informationen gibt es übrigens unter freischreiber.de. Bestes, Daniel

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