CAS sperrt Jan Ullrich wegen Blutdopings

Jan Ullrich hat gedopt. Das Weltsportgericht CAS hat Ullrich heute zu zwei Jahren Sperre verurteilt. Die Sperre läuft bis zum 22. August 2013. Außerdem werden alle seine Ergebnisse ab dem 1. Mai 2005 gestrichen.


Zu den Ergebnissen, die gestrichenen werden, gehören der dritte Rang bei der Tour 2005, ein Etappensieg beim Giro 2006 und der Sieg bei der Tour de Suisse im selben Jahr.Vor ein paar Tagen habe ich hier im Blog noch diskutiert, ab wann man einen Athleten des Dopings bezichtigen darf. In den Kommentaren habe ich auch über Jan Ullrich diskutiert. Diese Diskussion ist jetzt beendet. Grund sind Ullrichs Behandlungen bei Fuentes.

Die Argumentationskette der UCI laut CAS:

  • Fuentes hat Athleten gedopt
  • Ullrich hat Fuentes mehrfach besucht und Beweismittel aus Fuentes’ Besitz legen Nahe, dass Ullrich persönlichen Kontakt zu Fuentes hatte
  • Ullrich hat Fuentes mehr als 80.000 Euro überwiesen (für nicht nächer bestimmte Dienste)
  • Eine DNA-Probe von Ullrich stimmte mit Blutbeuteln bei Fuentes überein

 

Die Richter waren erstaunt, dass Ullrich die Beweise nicht anzweifelte, Ullrich habe nur die Formalitäten der Anklage angegriffen.

// CC-Lizenz Rocco Pier Luigi

// CC-Lizenz Rocco Pier Luigi

Die UCI hatte gefordert, Ullrich alle Ergebnisse ab dem 29. Mai 2002 abzuerkennen und ihn lebenslang zu sperren. Ullrich war 2002 positiv auf Amphetamine getestet worden, was er mit dem legendären Diskobesuch erklärte. Der CAS lehnt eine lebenslange Sperre ab, da Amphetamine durch geänderte Dopingregeln mittlerweile nur noch im Wettkampf strafbar sind. Deshalb ist das Blutdoping laut CAS aus heutiger Sicht als erste Sperre zu werten. Ein erstes Dopingvergehen führt nicht zu einer lebenslangen Sperre.

CAS-Urteil zu Jan Ullrich von Februar 2012 – Sperre

Das gesamte Urteil findet sich hier (als PDF).

2010 war ich mit einem Freund in Madrid, in der Calle de los Caidos de la Division Azul, Nummer 20. Dort war Fuentes Blutstation, da lagerten unter 96 Blutbeuteln auch einige von Jan Ullrich. Mit dem Taxi ist Fuentes ehemalige Blutstation eine Viertelstunde vom Flughafen entfernt. Es ist keine schöne Gegend und kein schönes Haus, die Fenster stumpf. Unauffällig in einem Vorort gelegen, mit wenig Passanten. Für die Zwecke von Fuentes und seinen Kunden wohl nicht die schlechteste Wahl.

Ich empfehle zur amüsanten Betrachtung des Themas das Tourgott-Forum.

Zu Ullrich und Fuentes gäbe es so viel mehr zu sagen, aber ich spare mir das hier, ich muss arbeiten. Apropos Arbeit und Fuentes: Falls jemand was zum Fußballdoping loswerden möchte, immer gerne.

Kontakt: daniel.drepper@gmail.com / 0176 611 96 014

7 Responses to CAS sperrt Jan Ullrich wegen Blutdopings

  1. Amüsantes Forum!

    Die ganze Alpecin Nummer kann ich mir noch nicht erklären. Der Pressetermin wurde einen Tag vor die ahrscheinliche Verurteilung gelegt. Nur, um möglichst viele Journalisten nach Bielefeld zu locken? War den Alpecin-Jungs egal, ob die Journalisten sich bei der PK primär mit ihren Fragen auf die Vergangenheit eines Dopingsünders beziehen? Und warum überhaupt Ullrich?

    Träume vom neuen Ullrich Werbespot: “Früher habe ich gedopt. Jetzt tue ich es wieder. Alpecin – Doping für die Haare.”

  2. Du kanntest das Tourgott-Forum nicht? Das ist das beste Forum aller Zeiten! Die PR-Nummer von Alpecin ist doch aufgegangen, oder nicht? Ich wüsste gern, wie viel Ullrich bekommen hat für diese Zirkusnummer.

  3. Zu Bedenken ist auch, welcher Exprofi vorher schon bei Alpecin verpflichtet wurde. Jörg Ludewig hat ja auch nicht die allerweisseste Weste und es hat keinen interessiert.

  4. Genau.
    Der spielt ja eine Art Vaterrolle im Jedermannteam und ist in dieser Funktion ja auch sehr präsent in den einschlägigen Magazinen. Kein Problem. Warum soll das nicht mit Ullrich, der unter Radfahrern wohl unbestritten beliebter war und ist als ein “Lude” nicht auch klappen.

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